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UmzugskostenKlar

Nachsendeauftrag beim Umzug

Redaktionell geprüftAktualisiert am 20.06.2026Quellen & Datenbasis

In den Wochen nach dem Umzug erreichen dich noch Briefe an die alte Adresse — Verträge, Behörden, Kontoauszüge. Der Nachsendeauftrag der Deutschen Post leitet Post an deine neue Adresse weiter. Er ersetzt aber keine Ummeldung und keine Adressänderung bei Banken, Versicherungen oder Online-Shops.

Was leistet der Nachsendeauftrag?

Was wird nachgesendet — und was nicht?
Wird nachgesendetWird nicht nachgesendet
Briefe an deinen Namen + alte AdressePakete von Amazon & Co.
Post der Deutschen PostSendungen anderer Paketdienste
Behördenpost (wenn noch alte Adresse)E-Mail-Newsletter (andere Adresse nötig)
Zeitschriften (je nach Vertrag)Werbung, die du abbestellt hast

Laufzeiten und Kosten (geprüft am 20.06.2026)

Die Deutsche Post nennt für Privatkunden aktuell einen sechsmonatigen Nachsendeservice. Der Onlinepreis und der Preis bei Beauftragung in einer Filiale unterscheiden sich. Längere oder abweichende Optionen können sich ändern; maßgeblich ist immer der verlinkte Post-Shop.

LaufzeitRichtpreis (national, privat)
6 Monate, online31,90 € laut Deutsche Post
6 Monate, Filiale34,90 € laut Deutsche Post
Geschäftskundenseparater Tarif; aktuelle Konditionen im Post-Shop

Aktuelle Preise immer auf der Website der Deutschen Post prüfen.

Schritt-für-Schritt

  1. 5–10 Tage vor Umzug: Nachsendeauftrag online oder in der Filiale buchen
  2. Startdatum wählen: Ab Einzug oder leicht davor
  3. Neue Adresse exakt angeben: Wie beim Einwohnermeldeamt
  4. Parallel: Wichtigste Absender direkt informieren
  5. Nach 2–3 Monaten: Prüfen, welche Stellen noch alte Adresse haben

Wer muss zusätzlich informiert werden?

  • Einwohnermeldeamt (Anmeldung innerhalb der gesetzlichen Frist)
  • Bank, Versicherungen, Krankenkasse
  • Arbeitgeber, Finanzamt, Rentenversicherung
  • Strom-, Gas-, Internet-Anbieter
  • Online-Händler mit hinterlegter Adresse
  • Arzt, Apotheke, Abonnements

Ausführlich: Adresse ändern nach dem Umzug

Warum nicht jede Sendung weitergeleitet wird

Der Auftrag arbeitet mit den angegebenen Namen und der alten Anschrift. Fehlt ein Haushaltsmitglied, weicht die Schreibweise deutlich ab oder trägt eine Sendung einen ausdrücklichen Vorausvermerk des Absenders, kann die Weiterleitung ausbleiben. Außerdem ist der Nachsendeservice kein universeller Paketdienst. Bestellungen, Expresssendungen und Leistungen anderer Zusteller musst du direkt beim Händler oder Zusteller ändern.

Trage deshalb alle betroffenen Personen genau so ein, wie sie üblicherweise Post erhalten – einschließlich abweichender Nachnamen. Bei Wohngemeinschaften stellt jede Person ihren eigenen Auftrag, sofern nicht alle gemeinsam an dieselbe neue Anschrift ziehen. Für Unternehmen, Freiberufler und Vereine gelten eigene Produkte und Anforderungen.

Nachsenden, Adresse ändern oder beides?

Die richtige Maßnahme nach Absender
AbsenderEmpfohlene Handlung
EinwohnermeldeamtGesetzliche Anmeldung erledigen; Nachsendung ersetzt sie nicht
Bank und KreditkarteAdresse direkt und über sicheren Zugang ändern
VersicherungenVertrag aktualisieren; Risikoort kann sich ändern
Finanzamt und ArbeitgeberNeue Adresse aktiv melden
Freunde und FamilieDirekt informieren; Nachsendung dient nur als Puffer
Seltene AbsenderNachsendung nutzen und beim ersten weitergeleiteten Brief aktualisieren

Der sinnvolle Zeitplan

Zwei bis drei Wochen vor dem Umzug

Erstelle eine Liste wichtiger Absender aus Kontoauszügen, E-Mails und dem Briefstapel der letzten Monate. Ändere besonders sensible Stellen zuerst: Bank, Versicherung, Krankenkasse, Arbeitgeber und Behörden. Prüfe anschließend die gewünschte Startadresse und das Datum des Nachsendeauftrags.

Fünf bis zehn Werktage vorher

Beauftrage den Service mit Vorlauf. Kontrolliere jede Schreibweise, Hausnummer, Postleitzahl und alle Personennamen, bevor du bezahlst. Nutze nur die offizielle Website der Deutschen Post oder eine Filiale; ähnlich benannte Vermittlungsseiten können zusätzliche Gebühren verlangen.

In den ersten acht Wochen danach

Behandle jeden weitergeleiteten Brief als Aufgabe: Öffnen, Absender identifizieren, Adresse direkt ändern und auf deiner Liste abhaken. So nimmt die Zahl der umgeleiteten Sendungen sichtbar ab. Bleibt sie gleich, fehlen wahrscheinlich wichtige Adressänderungen.

Typische Sonderfälle

Umzug ins Ausland

Prüfe auf der offiziellen Produktseite, ob Zielland, Laufzeit und Sendungsart unterstützt werden. Internationale Weiterleitung kann länger dauern. Verträge, Bank, Versicherung und Behörden solltest du deshalb vor dem Wegzug direkt informieren; wichtige Dokumente gehören nicht in einen knappen Zeitplan.

Trennung oder unterschiedliche neue Adressen

Ziehen Personen aus einem Haushalt an verschiedene Orte, braucht jede Zieladresse eine eindeutige Beauftragung. Gemeinsame Vertragsunterlagen müssen zusätzlich beim jeweiligen Vertragspartner geändert werden. Klärt bei minderjährigen Kindern, welche Anschrift für welche Stelle maßgeblich ist.

Nachlass, Pflegeheim oder vorübergehende Abwesenheit

Die Post bietet unterschiedliche Anlässe und Produkte. Wähle nicht automatisch „Umzug“, wenn der Wohnsitz bestehen bleibt oder eine bevollmächtigte Person Post bearbeiten soll. Prüfe Produktbeschreibung, Vollmacht und Laufzeit vor der Beauftragung.

Häufige Fehler und ihre Folgen

  • Zu spät bestellt: In den ersten Tagen landet Post noch an der alten Adresse. Plane Vorlauf ein und sichere den Briefkastenübergang mit dem Vermieter.
  • Nur eine Person eingetragen: Briefe an Partner oder Kinder werden nicht zuverlässig zugeordnet.
  • Alte Adresse nie aktualisiert: Nach Ende der Laufzeit entstehen erneut Zustellprobleme.
  • Pakete erwartet: Lieferadressen in Shops und laufenden Bestellungen müssen separat geändert werden.
  • Inoffiziellen Vermittler genutzt: Preis und Leistung können von der Post abweichen. Anbieter und Impressum vor Zahlung prüfen.

Praxisbeispiel: Zwei-Personen-Haushalt

Anna und Karim ziehen am 1. September um. Drei Wochen vorher ändern sie Bank, Arbeitgeber, Versicherungen und Abonnements. Zehn Tage vorher beauftragen beide Namen im Nachsendeservice. Im September kommen noch Schreiben einer alten Versicherung und eines Vereins mit Nachsendevermerk. Beide Adressen werden sofort korrigiert. Nach zwei Monaten trifft kaum noch umgeleitete Post ein. Der Auftrag bleibt trotzdem bis zum Laufzeitende als Sicherheitsnetz aktiv.

Abschlusscheck

  • Alle Haushaltsmitglieder und Schreibweisen erfasst
  • Alte und neue Anschrift zeichengetreu kontrolliert
  • Startdatum mit Wohnungsübergabe abgestimmt
  • Wichtige Absender bereits direkt informiert
  • Bestellbestätigung und Laufzeit gespeichert
  • Erste weitergeleitete Briefe als Änderungsaufgabe bearbeitet

Datenschutz und besonders wichtige Post

Ein Nachsendeauftrag reduziert das Risiko, dass normale Briefpost an der alten Anschrift liegen bleibt, garantiert aber keine lückenlose Zustellung. Für Karten, Zugangsdaten, Gesundheitsunterlagen, Steuerbescheide oder fristgebundene Schreiben solltest du die Adresse direkt beim Absender ändern. Kontrolliere dabei, ob die Stelle eine Bestätigung sendet und ab welchem Datum die neue Anschrift gilt.

Entferne nach der Wohnungsübergabe deinen Namen vom alten Briefkasten, sobald dies mit Vermieter und Nachmieter abgestimmt ist. Bitte neue Bewohner nicht pauschal, Post zu öffnen oder zu sammeln. Wenn Kontakt sinnvoll und einvernehmlich ist, genügt eine datensparsame Möglichkeit, dich über einzelne Fehlzustellungen zu informieren.

Was kurz vor Ablauf zu tun ist

Setze vier Wochen vor dem Laufzeitende eine Erinnerung. Prüfe deine Absenderliste und die zuletzt umgeleiteten Briefe. Taucht eine Stelle wiederholt auf, ändere dort die Adresse und fordere eine Bestätigung an. Entscheide erst danach, ob eine verfügbare Verlängerung nötig ist. Eine Verlängerung ist ein Sicherheitsnetz, aber kein Ersatz für dauerhaft korrekte Stammdaten.

Kontrolle vor dem Ende
PrüfungZiel
Letzte 8 Wochen PostAlle Nachsendevermerke nach Absender sortieren
VertragsportaleAdresse und Korrespondenzanschrift abgleichen
BehördenkontakteBestätigung oder aktuelles Schreiben an neuer Adresse prüfen
Abos und VereineSeltene Absender nicht übersehen
Online-ShopsStandard-, Rechnungs- und laufende Lieferadressen ändern

WG, Untermiete und Namenszusätze

Bei einer WG zieht häufig nur eine Person aus. Der Auftrag darf dann nicht den gesamten Haushalt pauschal erfassen. Gib nur die tatsächlich umziehenden Namen an. Bei Untermiete oder „c/o“-Adressen kontrollierst du, welche Form der Absender verwendet und ob dein Name am neuen Briefkasten eindeutig lesbar ist. Ein korrekt beauftragter Service kann eine Sendung nicht zuverlässig zustellen, wenn die Zielanschrift vor Ort nicht erkennbar ist.

Nachsendeservice als Teil der Gesamtplanung

Verknüpfe die Bestellung mit deiner Umzug-Checkliste: erst wichtige Adressen ändern, dann Service beauftragen, anschließend Fehlzustellungen als offene Aufgaben behandeln. Parallel helfen das Übergabeprotokoll und ein Ordner mit Ummeldebestätigungen. So bleibt der Nachsendeauftrag eine begrenzte Übergangslösung und wird nicht zum Ersatz für eine saubere Datenpflege.

Bestätigung prüfen und Betrugsfallen vermeiden

Speichere nach der Bestellung Auftragsnummer, Zeitraum, alte Anschrift, Zielanschrift und erfasste Namen. Kontrolliere besonders Zahlendreher in Hausnummer und Postleitzahl. Kommt keine Bestätigung oder ist eine Angabe falsch, nutze die offiziellen Kontaktwege der Deutschen Post. Sende Auftragsdaten nicht unaufgefordert an Dritte.

Suchanzeigen können Vermittler vor dem offiziellen Angebot zeigen. Prüfe Domain, Leistungsbeschreibung, Endpreis und Widerrufsinformation, bevor du Zahlungsdaten eingibst. Das Logo oder ein ähnlich klingender Produktname beweist nicht, dass du direkt bei der Post bestellst. Unser Quellenlink führt auf die offizielle Produktseite.

Briefkasten am neuen Wohnort

Bringe alle bestellten Namen gut lesbar und wetterfest an Briefkasten und gegebenenfalls Klingel an. Bei großen Häusern helfen Wohnungsnummer, Etage oder ein mit dem Vermieter abgestimmter Zusatz. Teste die Zustellung nicht mit sensiblen Unterlagen, sondern bitte bei Bedarf eine vertraute Person um einen normalen Brief. Eine korrekte Zieladresse nützt wenig, wenn Zusteller den Namen vor Ort nicht finden.

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Quellen

Häufige Fragen

Reicht der Nachsendeauftrag statt Ummeldung?

Nein. Die Meldepflicht beim Einwohnermeldeamt bleibt bestehen — unabhängig vom Nachsendeauftrag.

Kann ich den Auftrag online einrichten?

Ja, über die Website der Deutschen Post mit Wunschstartdatum.

Werden Pakete weitergeleitet?

Nein — nur briefähnliche Sendungen der Deutschen Post. Händler brauchen direkte Adressänderung.

Wie lange sollte ich nachsenden lassen?

Sechs Monate sind für viele Privathaushalte ein sinnvoller Mindestzeitraum. Entscheidend ist, wie viele selten schreibende Absender du hast und wie konsequent du parallel die Adresse änderst.

Diese Seite ist eine redaktionelle Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte erhältst du bei den jeweils zuständigen Stellen.